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Schau in den Spiegel, wenn du dich traust …

ist der Titel meines neuen Buchs. Eine – wie ich nicht ohne Stolz sagen kann – gelungene Mischung aus Kurzgeschichten, Gedichten und kleinen Texten, die ich auch zum Teil hier auf den schreibtischgedanken veröffentlicht habe.

Der Klappentext: Das Leben bietet jeden Tag Situationen und Begebenheiten, aber auch persönliche Befindlichkeiten, die immer wieder aufs Neue zum Nachdenken inspirieren. Wer oder was ist normal, wer oder was ist schön, hässlich oder gar abstoßend, wer oder was ist gut oder schlecht? Und, wer oder was bin ich? Auf der Suche nach Antworten entstand dieses Buch.

Neugierig geworden? Dann schaut doch mal hier:

BoD, Norderstedt
Paperback, 120 Seiten
Print: 8,90 Euro – ISBN 978-3-7386-4987-1
Ebook: 4,99 Euro

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VERLOSUNG

Nun ist schon einige Zeit vergangen, aber die Blogger-Muse ist noch auf Reisen. Sie tankt irgendwo da draußen Sonne und Energie. Allerdings habe ich gehört, dass sie langsam aber sicher das Heimweh plagt. Es kann also nicht mehr lange dauern, bis sie zurückkehrt und mich inspiriert.

Zwischenzeitlich starte ich eine Verlosung. Dann wird die Zeit nicht so lang.

Wer also  Interesse hat ein Exemplar meines Buches Das Leben ist ein Regenbogen zu gewinnen, der schaut einfach mal =>hier vorbei …

Eine Weihnachtsgeschichte

Der Weihnachtsjunkie

Um zu wissen, dass die Adventszeit näher rückte, brauchte ich keinen Kalender, keine Sternkonstella­tion, keine Medien. Ich hatte Micha. Wenn ich an Micha denke, überkommt mich normalerweise eine tiefe Trau­rigkeit. Ich vermisse ihn. Immer noch. Doch wenn ich Micha mit Weihnachten in Verbin­dung bringe, bin ich einfach nur erleichtert.

Micha gehörte zu den Menschen, die man im Allge­mei­nen als Weihnachtsjunkies bezeichnet. Anfang Novem­ber wurde er zunehmend nervös. Fahrig strich er sich durch sein ohnehin schon struppiges Haar, wenn er un­ruhig auf seinem Stuhl, seinem Sofa, seinem Sessel um­herrutschte. Eine vorweih­nachtliche Besinnlichkeit wurde von ihm auf seine ganz eigene Art und Weise interpre­tiert. Die jährli­che Stromabrechnung, die uns in der Regel eine saf­tige Nachzahlung bescherte, war für ihn der nicht für jedermanns Ohren bestimmte Startschuss. Der Start­schuss in den Wettbewerb der Lichter zu treten.

Fünf Jahre ist es nun her und immer noch ist die Ad­vents- und Weihnachtszeit für mich eine Zeit des Schreckens. Michas nervöse Phase hielt bereits seit zwei Wochen an. Täglich stieg er in den Keller, sor­tierte die säuberlich gepackten und beschrifteten Kartons mit den verschiedensten Weihnachtsdekorationen. Akkurat wur­den Pläne erstellt, Lichterket­ten kontrolliert, defekte Lämpchen ausgetauscht, wiederum in Listen festgehalten. Die im Sommer neu erstandenen Dekorationsartikel, die in der Ga­rage zwischengelagert wurden, mussten nun in die Pläne integriert werden. Jede freie Minute verbrachte er mit dieser Aufgabe. Ich werde nie seine leuchten­den Augen und freudig erregt geröteten Wangen vergessen. Denn genau das war es, was mich ihm sein verhängnis­volles Hobby Jahr für Jahr verzeihen ließ.

Traditionell am Sonnabend vor dem ersten Advent wurde die Leiter am Haus platziert, der Gartentisch her­angerückt und die Pläne mit Steinen beschwert darauf ausgebreitet. Dann konnte es losgehen. Von oben nach unten. Auf dem Dachfirst prangte bald schon der lebens­große Rudolph aus geschmiedeten Eisen mit einer über­dimensional roten Glühbirnen-Nase, dem ein Geschirr aus Ketten angelegt wurde, damit der Schlitten mit dem darin sitzenden detail­getreuen Weihnachtsmann daran befestigt werden konnte. Micha hatte mir einmal voller Stolz erklärt, dass bei diesem Rentierschlitten samt Weihnachts­mann exakt 1678 kleine Lämpchen zum Einsatz kä­men. Warum ich mir gerade diese Zahl ge­merkt habe, kann ich nicht sagen. Doch der Clou war Ru­dolphs Nase. Die nämlich war an einen Lautspre­cher gekoppelt und jedes Mal, wenn sie rot auf­leuchtete, ertönte ein lautes und kraftvolles „HOHOHO“, dessen Klang durch die ganze Straße fegte. Micha war keines­wegs ein technisch begabter Mensch gewesen und ich frage mich heute noch, wie er diese Konstruktion zu­stande brachte. Ich kann mich lediglich daran erinnern, dass er über Wochen an dieser Idee tüftelte.

Auf der Regenrinne wurden Sternenlichter befestigt, die Fenster mit Lichterketten umrandet und auf je­der Fensterbank Schwibbögen arrangiert. Danach widmete sich Micha dem Garten.

Hier tummelten sich nach einigen Stunden Weih­nachtsel­fen, Rentiere, Schneemänner, die Tannen wurden zu Christbäumen – mit Kugeln und Lametta für den Außenbereich – und die Hecke erstrahlte im Lichtermeer. Der Weg bis zur Haustür wurde kon­trastreich mit roten Sternchen beleuchtet, um am Ende des Weges auf die äußerst hässliche Mutter der Kleinen – einen riesigen abwechselnd rot, blau und grün leuchtenden Stern – zu stoßen, der sich trotzig an der Haustür festklammerte.

Micha war fast zufrieden. Jetzt fehlten nur noch ein paar Kleinigkeiten, wie Mistelzweige und Schnee. Mistelzweige hatte er bereits kartonweise auf dem Wochenmarkt be­sorgt und für den fehlenden Schnee hatte er ein Jahr zu­vor eine Schneemaschine bei eBay ersteigert. Doch bevor er sich an die Rest­arbeiten machte, musste ein Probe­leuchten und – nicht zu vergessen – auch ein Probe-HOHOHO des auf dem Dach befindlichen Rudolph durchgeführt werden. Der große Moment stand bevor. Micha führte den Stecker an die Steckdose, zögerte einen kleinen Moment und dann erstrahlte unser Haus, Ru­dolph ließ sein HOHOHO erklingen und die Weih­nachtselfen im Garten winkten freundlich dazu.

Michas Augen glänzten vor Glück und er konnte nicht mehr aufhören zu grinsen.

„Ist es nicht toll?“ rief er begeistert. Eine Antwort er­wartete er nicht wirklich. Beseelt machte er sich an die Restarbeiten, die – wie ich aus Erfahrung wusste – noch bis spät in die Nacht andauern würden. Ich kümmerte mich nicht weiter darum. Sollte er doch seinen Spaß ha­ben. Ich wollte nur ins Bett.

Geraume Zeit später – ich hatte mich bereits ins Schlaf­zimmer zurückgezogen und es mir dort mit einem span­nenden Buch gemütlich gemacht – hörte ich noch einmal Rudolphs HOHOHO, danach ein dumpfes Plopp, ein Knacken und ein Ächzen und dann war Stille. Jetzt wird er gleich fertig sein, dachte ich mir, kuschelte mich in meine Decke, löschte das Licht und schlief alsbald ein.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war Michas Bett neben mir unberührt. Doch wirklich beunruhigt war ich nicht … Schließlich hatte ich den ewigen Lichtermarathon bereits seit einigen Jahren mitge­macht, so dass ich wusste, dass kleine Lampen in Weihnachtsbeleuchtungen gerne schnell das Zeitli­che segneten und natürlich sofort ausgetauscht wer­den mussten. Vielleicht hatte die Schneemaschine auch nicht genügend Schnee produziert oder aber Rudolphs Nase leuchtete nicht im Einklang mit dem HOHOHO des Weihnachtsmanns. Für Micha gab es viele Gründe, die Nacht lieber mit seiner Dekora­tion als mit seiner Frau zu verbringen. Schließlich musste ge­rade am ersten Advent alles perfekt sein.

Ich schlurfte in die Küche, kochte Kaffee und deckte den Frühstückstisch. Nachdem ich schließ­lich geduscht und angezogen war, machte ich mich auf die Suche nach Mi­cha. Als ich die Haustür öff­nete, stand ich vor einem riesigen Kunstschneeberg, auf dem gekonnt die Weih­nachtselfen Schlitten fuh­ren. Die schmiedeeisernen Rentiere gruben ihre Na­sen in den Kunstschnee, gerade so, als ob sie ver­bergen wollten, dass sie nicht Rudolph waren und keine leuchtendroten Nasen hatten. Doch wo war Micha?

Vorsichtig trat ich aus der Haustür und lugte um die Ecke. Dann sah ich ihn. Der Schreck fuhr mir durch alle Glieder. Anscheinend war doch irgendein Kabel, ein Ge­rät, ein elektrisches Deko-Teil defekt gewesen. Mir wurde flau als ich mich an dieses Plopp, dieses Knacken und Ächzen am Abend zuvor erinnerte. Micha lag merkwür­dig verdreht über der Leiter. Seine rechte Hand um­klammerte eine Lichterkette im Tannenbaum, die linke umfasste das Kabel der Schneemaschine.

Es war zu spät für den Notarzt. Zu spät für Micha. Aber zumindest hatte das Probeleuchten funktio­niert.

aus: Iris Boden – Das Leben ist ein Regenbogen – Kurzgeschichten

Rezension: Helden, Helfer und Halunken

Iris Boden

So, nun habe ich ihn gelesen, den Schreibratgeber von Isa Schikorsky mit dem verlockenden Titel „Helden, Helfer und Halunken“. Und ich nehme auch direkt mein Fazit vorweg:

UNBEDINGT LESENSWERT!

Ohne interessante, neugierig machende Figuren, mit denen sich Leser/innen identifizieren können, die sie als sympathisch oder auch als unsympathisch empfinden können, auf jeden Fall Figuren, die mitreißen, kann eine Geschichte nicht wirklich gelingen. Doch wie erreiche ich, dass meine Figuren überzeugen? Tja, und genau das hat Isa Schikorsky in acht Kapiteln anhand vieler lebendiger Beispiele, Tipps und Anregungen spannend dargestellt. Und zwar so spannend, dass sich der Schreibratgeber fast schon wie ein Roman liest, die Autorin zur Protagonistin wird und all die kleinen Tücken der Schriftstellerei sich als Antagonisten entpuppen.

So werden im ersten Kapitel die Figurenrollen und Grundtypen unter die Lupe genommen, welche dann im zweiten Kapitel im Erzählprozess eingebunden werden. Schließlich hat jeder Plot unterschiedliche Anforderungen an die Hauptfiguren. Im…

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Frankfurter Buchmesse

Iris Boden

Die wichtigsten Termine der Buchmesse. Wer Einsamkeit und Stille sucht, ist auf der Frankfurter Buchmesse falsch (Archivbild aus 2013).Foto: Arne Dedert  (Quelle: dpa) – Archivbild aus 2013

Es war mal wieder aufregend und anregend, erlebnisreich und anstrengend: Der diesjährige Besuch auf der Frankfurter Buchmesse.

Wer jetzt allerdings hier einen sachlichen Bericht über Interviews, Lesungen, Veranstaltungen erwartet, den muss ich enttäuschen. Selbstverständlich habe ich Lesungen besucht und Interviews gelauscht, die Stände der Verlage inspiziert und meine Gutscheine eingelöst. Aber wäre es jetzt nicht langweilig, den x-ten Beitrag über die verschiedenen Events zu verfassen?

Es ist die Stimmung, das bunte Treiben, der Geruch von Papier, die Farbvielheit der Bücher, die immer wieder erstaunlich vielen Menschen, die so viel Interesse an der Literatur haben. Man fühlt sich dazu gehörig, als ein Mitglied in einer großen Gemeinschaft Gleichgesinnter. Menschenansammlungen sind ja eigentlich nicht so mein Ding und doch sind es die kleinen Begegnungen, die glücklich machen.

So zum Beispiel die nette Dame am Stand von BoD. Als ich mich als Autorin ihres…

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So langsam kehrt der Alltag ein – ein Rückblick

Also, ich hatte ja vor im September hier wieder zu starten. Na ja, wir haben ja noch September, also bin ich nicht zu spät. Aber ich muss schon sagen, die Sommerpause ist im Fluge vergangen. Ein Buch zu publizieren füllt die wenig zur Verfügung stehende Zeit vollends aus. Aber auf eine angenehme und aufregende Weise. Es gab ein paar schlaflose Nächte, ein paar zweifelnde Gedanken und wahrhaft viele Glücksmomente.
Ich würde nicht sagen, dass ich viele Freunde habe. ABER: Die Freunde, die ich habe, sind wahre Schätze. Ich wurde mit so viel Tatendrang, Begeisterung und Engagement unterstützt, dass es mir so manches Mal heimlich, still und leise ein Tränchen hervorlockte.

Es war wirklich ein aufregender Sommer. Und – wie so oft – frage ich mich, wie ich das alles geschafft habe. Ich rutschte von einer Urlaubsvertretung in die nächste, so manche Überstunde war angesagt. Ich bin stolz auf meinen Schatz, der mich im Rahmen seiner Erkrankung so tatkräftig unterstützt hat, wie es ihm nur möglich war. Und das Schönste ist natürlich, dass auch dieses Mal seine Nachuntersuchung uns ein wunderbares Ergebnis brachte.

Tja, der Sommer hat – viele werden mich nicht verstehen – großes Verständnis für mein Projekt gehabt und die Temperaturen in einem für mich angenehmen Arbeitsmodus gehalten. Keine lähmende Hitze, zumindest im August, kein unentwegtes Schwitzen und schweißklebende Finger auf der Tastatur. Immerhin. Seid also bitte gnädig mit unserem Sommer. Denn es gibt auch Menschen, die dadurch ihre Kreativität voll ausschöpfen konnten.

Das Lesen musste leider auf der Strecke bleiben. D.h. gelesen habe ich viel. Aber keine Bücher, die ich euch hier vorstellen kann. Doch, halt, eines habe ich gelesen. Fast. Ein paar Seiten fehlen noch. Und dann ist hier eine Empfehlung fällig. Aber dazu später. In ein paar Tagen.

Ja, der Sommer war gnädig mit mir. Und der Herbst zeigt sich bis jetzt von seiner besten Seite. Wie ich es mag. Wie ich es liebe. Und so langsam kehrt der Alltag ein. Na ja, nicht ganz alltäglich wird es in den nächsten Wochen. Denn ich habe Urlaub. Bald. Zeit zu schreiben, Zeit zu lesen, Zeit für mich, Zeit für euch.

Ach, das Leben kann so schön sein …

Ich freu‘ mich

Iris Boden

Die ersten Bücher sind verkauft. Und nun ist „Das Leben ist ein Regenbogen“ auch für den Vertrieb in den E-Book-Shops freigegeben.
Es ist ein Gefühl, das ich kaum beschreiben kann. Eine erste kleine Fan-Gemeinschaft hat sich bereits gebildet. Gerade gestern bekam ich einen so netten Brief einer Leserin:

„… Ihr Buch ist ein gelungenes Werk, man kann es nicht aus der Hand legen, denn jede Geschichte ist spannend und fesselnd – also einfach weiterlesen! …“

Und flugs hat sie noch weitere fünf – ja, wirklich FÜNF – Exemplare bestellt, um diese weiter zu verschenken …

Ich freu‘ mich so sehr.

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