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Wusstet Ihr schon … ?

Der Gabelstapler stapelt Gabeln,
der Zitronenfalter faltet Zitronen,
der Büstenhalter hält Büsten,
der Regenbogen regnet Bögen,
die Eifersucht sucht Eifer,
der Kopfhörer hört Köpfe,
der Kleiderschrank kleidet die Schranke,
die Meldestelle meldet Stellen,
der Zweifelsfall fällt Zweifel,
der Maskenball maskiert Bälle,
der Spießgeselle spießt Gesellen,
der Rettungsdienst rettet Dienste,
die Liegestütze stützt die Liege

tja, und der Abteilungsleiter leitet Abteilungen …

Frühlingswort gesucht …

Bei der ein.wort.blog.parade beim sinn.wort.spiel  wird ein Frühlungswort gesucht. Ein Ein-Wort-Frühlingswort. Bis zum 23.05.

Tja, und eigentlich bin ich ja so gar kein Freund von Blogparaden, Stöckchen, Projekten. Eigentlich. Doch wie ich dort so lese, fällt mir ganz spontan ein Wort ein. Nichts zum Notieren zur Hand, nur das Kommentarfeld auf sinn.wort.spiel.

Und nun? Gelöscht hat sie es. Damit es keiner klaut. Weil ich doch auf meinem Blog das Frühlingswort posten sollte. Geklaut hat’s keiner. Aber ich hab’s vergessen. Und nirgends konnte ich nachlesen. Also, was blieb mir anderes übrig, als kreativ zu werden?

Und hier ist mein Teilnahme-Frühlings-Blogparade-bei sinn.wort.spiel.-Wort:

Platzhalter

Nein! Halt! Gestrichen! Stattdessen einen Platzhalter eingesetzt. Denn:
Mein Ursprungswort ist wieder aufgetaucht. Und deshalb eine kleine Änderung.
Mein Teilnahme-Wort lautet:

wärme.strahlen.streichel.momente

 

Wörter!

Wörter sind nicht nur Wörter! Wörter konstruieren. Wörter können Gefühle hervorrufen. Wir alle haben Wörter in uns, die eine ganz besondere, tiefe Bedeutung für uns haben. Je nach dem, was wir mit diesem Wort verbinden, welche Erfahrungen wir gemacht haben.
Deshalb ist es für einen Schreibenden besonders wichtig, auf eine möglichst genaue Wortwahl zu achten. Und doch kommt es sehr häufig auf die unterschiedlichen Assoziationen des Lesers an.
So ist für den einen ein schillerndes Nachtleben aufregend und abenteuerlich. Für den anderen jedoch bedrohlich und furchteinflößend. Und für einen Dritten gar langweilig und abstoßend.
Die einen halten Mäuse für possierliche Tierchen, anderen stehen bereits die Nackenhaare zu Berge, wenn sie schon eine Computer-Maus anfassen sollen.
Den einen läuft das Wasser im Munde zusammen, wenn sie eine Metzgerei betreten und dabei an den Sonntagsbraten denken. Anderen schaudert es vor dem blutigen Fleisch und bedauert die Tiere, die ihr Leben lassen mussten.

Assoziation ist alles. Und die Wörter haben eine unermessliche Macht.

Steine

Die ersten Sonnenstrahlen lockten selbst einen Stubenhocker wie mich vor die Tür. Ich war bereit für einen Spaziergang. Denn beim Spazierengehen kommen mir häufig brauchbare Ideen in den Sinn. Während ich also so denkend durch die Gegend schlenderte, stolperte ich. Die Ursache meines Stolperns, also meines Ärgernisses war ein Stein. Sozusagen der Stein des Anstoßes.
Ich hob ihn auf, betrachtete ihn und kam zu dem Schluss, dass es ein besonders schöner Stein war. Glatt und rund. Ich steckte ihn ein und bald schon merkte ich, dass ich über einen Philosophenstein gestolpert war. Ich war überzeugt, dass er mir die Lösung all meiner Schwierigkeiten, mit denen ich zu diesem Zeitpunkt hinsichtlich meiner Schreibprojekte zu kämpfen hatte, bringen würde. Das war die Lösung aller Probleme, Schwierigkeiten und Rätsel. Denn nun war ich stolze Besitzerin eines Stein der Weisen.
Meine Selbstzweifel wurden mit einem Mal völlig zerstört, da blieb kein Stein auf dem anderen. Ich eilte nach Hause, setzte mich an meinen Schreibtisch und begann zu schreiben. Ich schwöre Stein und Bein, dass eine Geschichte nur so aus meiner Feder floss. Auch wenn ich jetzt nicht als Eidleistende beim Sprechen des Eides eine steinerne Altarplatte und / oder eine die Gebeine eines Heiligen enthaltende Reliquie berühre.
Aber ja, wenn Menschen schweigen, werden die Steine schreien, also die Wahrheit wird auf jeden Fall ans Tageslicht kommen.
Apropos Wahrheit … Selbst wenn ich es hier mit der selbigen nicht so genau nehmen würde (was ich natürlich vehement bestreite), sollten meine werten Leser sehr wohl überlegen, wer den ersten Stein auf mich werfen, also wer als erster Anklage gegen mich erheben dürfte. Na ja, das aber nur am Rande und sehr theoretisch. Denn in der virtuellen Welt haben wir doch alle einen Stein im Brett, nicht wahr? Und wer einen solchen Stein im Brett hat, der kann mit Beliebtheit und Sympathie rechnen.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen wunderschönen Tag!

Tage des Schweigens

Es gibt Tage, an denen ich absolut nichts zu sagen habe. Ich will schreiben, doch der Kopf ist leer. Nichts. Absolut nichts. Seitdem ich versuche, mich auf dieses Schweigen in mir einzulassen, gelingt es mir immer besser, in mich hinein zu lauschen. Was ich höre? Nun, nichts. Vielleicht ein Brummen im Ohr. Oder Bauchgrummeln. Ein leises Pfeifen in der Nase beim Einatmen. Ein kleines körpereigenes Konzert.
Verhält es sich nicht ähnlich mit Wörtern, Sätzen und Texten? Haben Texte nicht auch eine Melodie? Sicher haben sie das. Sie können leise, laut, rasant oder gemächlich sein. Je nachdem, welche Töne erzeugt werden, welche Buchstaben in welcher Häufigkeit in den Texten vorkommen.
Und so sind die Tage des Schweigens voller Musik!

Wände

Neulich – ich hatte es mir in meinem Lieblingssessel bequem gemacht – starrte ich einfach nur die Wand an. Manchmal hat das etwas sehr Entspannendes für mich. Einfach nur sitzen und starren. Den Gedanken Auslauf gewähren. So saß ich also da und dachte darüber nach, dass Wände – positiv betrachtet – Schutz bieten. Vor Kälte, vor Eindringlingen, ja sie wahren meine Privatsphäre. Obwohl … dafür müssen sie schon recht dick oder gut isoliert sein. Denn wenn Wände Ohren haben, ist es vorbei mit der Privatsphäre. Na ja, ich weiß schon, dass Wände keine Ohren haben. Gemeint sind hier vielmehr die Menschen hinter den Wänden, die lauschen könnten.
Ich kann aber auch gegen die Wand reden. Dann dringe ich nicht durch, dann will mein Gegenüber nichts (mehr) hören. Genau wie eine Wand, wird dieser Jemand nicht antworten. Daran könnte ich dann verzweifeln, also die Wände hochgehen. Aber so weit will ich es dann doch nicht kommen lassen. Wollen wir mal nicht den Teufel an die Wand malen. Denn wenn man das macht, dann kommt er auch. Und wir wollen ja kein Unheil herbeirufen, nur weil ich über Wände sinniere …

Rituale: Friseurbesuch

Wir waren beim Friseur. Dort sind wir bekannt. Denn wir sind ein Paar an das man sich erinnert.

Nach der großen Begrüßung und der Frage „Wie immer?“ folgt die Kaffee-Bestellung von meinem Schatz, der dann darauf besteht, als erster bedient zu werden, was jedes Mal zur allgemeinen Erheiterung führt.

Dann geht es los. Haare waschen, schneiden. Und ja, man weiß Bescheid – an dieser Stelle des Kopfs ist die Narbe. Geht es so?

Derweil komme auch ich an die Reihe: färben, spülen, pflegen, waschen, schneiden.

Er ist bereits fertig, macht sich auf den Weg in die Einkaufspassage. Zeit totschlagen.

Nach einer Weile kommt er zurück. Ob ich bald fertig sei. Ja, fast. Oh ja, er glaubt zu wissen, was noch kommt: Die Augenhaare müssen noch herausgerissen werden.

Bei dieser Formulierung ereilt mich ein Schmerz, entlockt mir gleichzeitig ein Grinsen.

Nun gut, lasse ich mir auch noch die Augenbrauen zupfen. Fertig! Nur noch bezahlen. Vor dem Friseurgeschäft erfolgt die weitere Tagesplanung: Auf zum Mittagessen beim Italiener.

Auch dort sind wir bekannt. Denn wir sind ein Paar, an das man sich erinnert. Aber das ist eine andere Geschichte …