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Der Dieb

Auf einmal – mitten in der Nacht,
ist er plötzlich aufgewacht.
Durch den Traum von Futter aufgeweckt,
wurde sich erst einmal gestreckt.
Der Hunger meldete sich in seinem Bauch,
was für ein Ärger aber auch.
Die Menschenfrau schläft tief und fest,
der Menschenmann gibt ihm den Rest.
Der dreht und wendet sich im Bett,
der Dieb findet das so gar nicht nett.
So macht er sich auf leiser Tatze,
wie sich’s gehört für eine Katze,
auf einen Rundgang durch die Wohnung,
ohne Skrupel, oder Schonung,
ob sich etwas Leckeres findet,
auf das es in seinem Bauch verschwindet.
Die Menschenfrau hat zu seinem Glück
– er rollt die Augen ganz verzückt –
die Leckerlis nicht in den Schrank geräumt,
das hat sie gottseidank versäumt.
Die Schachtel steht noch neben dem Saft
und muss nur mit ein wenig Kraft,
von dem Tisch gestoßen werden,
und mit etwas Glück und Segen,
wird der Deckel sich erheben.
Und dann, ja dann wird es Futter regnen.
Geplant und gedacht –
schon ist die Tat vollbracht.
Die Menschenfrau wundert sich am nächsten Morgen,
macht sich sogar ein kleines bisschen Sorgen,
warum der Kater sie nicht weckt.
Hat ihn vielleicht irgendwas erschreckt?
Selbst rufen und wedeln mit den Socken,
lässt den Kater nicht aus seinem Verstecke locken.
Erst als sie die Küche betritt,
denkt sie „Oh je, was für ein Shit.“
Der Kater hat alle Leckerlis gefressen,
die hat sie wohl am Abend zuvor vergessen.
Nun plagt ihn wohl das schlechte Gewissen,
von seinen Gefühlen förmlich zerrissen,
hält er an diesem Morgen doch lieber Abstand.
Er ist halt ein Tier mit großem Verstand.
Auf die Frage „Was hast du gemacht?“
war ihm klar, dass der Verdacht
nur auf ihn fallen könnte.
Aber warum sie wohl die Bröckchen ihm nicht gönnte?
Das war ihm ziemlich schleierhaft.
War jetzt gefährdet ihre Freundschaft?
Die nächsten Stunden war er besonders lieb,
damit sie vergisst, sein zweites Ich, den Dieb.
Er schnurrte und schmuste, maunzte sie an,
weil sie dann nicht anders kann.
und bald schon war es wieder gut.
Dann war er nicht mehr auf der Hut.
Er begann zu rennen und zu springen,
denn damit kann er sie auf die Palme bringen …

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Der Schalk

Da sitzt er wieder in meinem Nacken,
versucht mit bei den Ohren zu packen.
Auf meinen Schultern will er reiten,
Unsinn und Schabernack verbreiten.

Er zerrt an meinen Haaren,
verkennt dabei die Gefahren,
wenn meine Hände ihn zu greifen versuchen
oder ihn locken mit Apfelkuchen.

Er flüstert leise in meine Ohren,
der Übermut ist längst geboren.
Wollen wir nicht diesen oder jenen zanken?
Ich verweise ihn nicht in seine Schranken.

Dieses Spiel bereitet mir großen Spaß,
immer mehr, immer weiter gebe ich Gas,
kann mich vor Lachen kaum noch halten,
über dumme Gesichter diverser Gestalten.

In meinem Nacken sitzt er immer noch,
die Vernunft verschwand in einem tiefen Loch.
Dabei müsste ich doch meine Arbeit tun,
habe keine Zeit, mich auszuruhen.

Doch ganz eisern hält er mich fest,
sein Kitzeln gibt mir den Rest.
Ein Tausendsassa ohnegleichen
ist mit meinem Schalk kaum zu vergleichen.