Schlagwort-Archive: Genuss

Was ich mag …

Ich mag den frühen Nebel, der Geräusche schluckend alle Konturen weich und zart erscheinen lässt.
Ich mag ein Bad bei Kerzenschein. Schaumig und duftend.
Ich mag in den frühen Morgenstunden einen Kaffee auf dem Balkon trinken, frische Luft in meine Lungen pumpen und mit geschlossenen Augen der Stille lauschen.
Ich mag in einer Decke gewickelt ein Buch nach meinem Geschmack lesen. Mich darin verlieren.
Ich mag in meinem Sessel sitzen und das Nichtstun genießen.
Ich mag den Duft frisch gewaschener Wäsche.
Ich mag geschliffenes Glas, in dem sich das Licht bricht.
Ich mag das Schnurren des Katers, wenn er auf mir liegt. Das leichte Vibrieren verbunden mit dem vertrauten Geräusch wirkt so beruhigend.
Ich mag es, nicht reden zu müssen und doch verstanden zu werden.
Ich mag das Gefühl, fertig zu sein, alles erledigt zu haben.
Ich mag die Sonne und den Regen. Denn sie geben Wärme und Wasser.
Ich mag gelbe Tulpen in meiner blauen Vase.
Ich mag meinen Füller, meinen schwarzen, leichten Linkshänder-Füller, mit dem  ich schon so viele Seiten beschrieben habe.
Ich mag mein blaues Kleid.
Oh, und ich mag Schokolade.
Ich mag es, zu Fuß zu gehen. Einen Schritt nach dem anderen. Dabei kann ich so wunderbar nachdenken.
Ich mag, wenn er mir durch die Haare streicht.
Ich mag den Duft von Lavendel.
Ich mag die Tage frei von Schmerzen.
Ich mag mein Leben – meistens.

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Feiertag

Herrlich – so ein freier Feiertag!
Was ich so alles unternehmen kann …
Was ich so alles erledigen kann …
Ich sitze an meinem Schreibtisch, erstelle eine Liste:
ausgiebig bloggen, in Tagebuch-Einträgen schwelgen, die angefangenen Kurzgeschichten hervorholen und vielleicht auch weiter daran schreiben, „Mo Yan’s Schnapsstadt“ besuchen und in dieser verweilen, oder doch lieber mit Kater Tristan in meinem Lieblingssessel dösen …
So sinniere ich, die Gedanken schweifen ab. Nachdenken macht müde. Heute Mittag ein kleines Schläfchen? Nach dem Essen? Ein Blick auf die Uhr: Zeit zum Kochen. Weg mit der Liste – die auf dem Papier, die im Kopf. Ich lasse mich treiben. Feiere den freien Tag.
Herrlich – so ein freier Feiertag!

Badewonne

Ehrlich, ich frage mich, wie ich 16 Jahre lang in einer Wohnung ohne Badewanne – und damit ohne Badewonne – leben konnte …
Ist es nicht herrlich in warmen Wasser zu liegen, die Augen zu schließen und zu spüren, wie leicht der Körper wird? Ganz langsam steigen die Arme an die Wasseroberfläche und bewegen sich sachte im Takt mit den kaum wahrnehmbaren Wellenbewegungen, die ich mit meinen Zehen erzeuge. Meine Muskeln sind vollkommen entspannt. Seltsam … Sind sie überhaupt noch da, die Muskeln?
Schaum kitzelt meine Nase. Seelenerheiterung.
Heißer Wasserdampf erfüllt den Raum. Duftschwaden wabern um mich und ich genieße.
Ja, wir sind bereits die besten Freunde – meine neue Badewanne und ich …

Wortlos

„Wenn wir nicht schon verheiratet wären, dann würde ich es tun … also – dich heiraten. So lade ich dich eben zum Essen ein.“
Ohhhh, welche Frau kann da noch widerstehen?
Und so brezelten wir uns angemessen auf, um bei unserem Lieblings-Italiener eine der herrlichen Pasta-Kreationen zu verspeisen. Was für ein kulinarischer Genuss … Was wir gegessen haben? Oh, ich neige nicht dazu, meine Mitmenschen voller Schadenfreude zu ärgern … Nur eines: Es war köstlich!
Bald schon ließ sich an unserem Nachbartisch ein älteres (Ehe?-) Paar nieder. Wortlos. Als der Kellner kam, bestellten sie. Okey, das geht schlecht wortlos. Aber immerhin, so konnten wir sicher sein, dass sie des Redens mächtig waren. Denn nach der Bestellung verstummten sie. Glaube ich. Schließlich waren mein Schatz und ich zunächst in unser Gespräch vertieft. Bis wir merkten, dass die beiden uns lauschten. Auf die unauffällige Art selbstredend. Sie ließen die Blicke durch das Restaurant schweifen, schauten aber nicht zu uns hinüber. Wortlos. Und wir? Wir wurden aufmerksam. Mittlerweile bei unseren Espressi angekommen, lachten und scherzten wir und fühlten uns rundum wohl. Unsere Tischnachbarn wagten mittlerweile verstohlene Blicke zu uns hinüber und schauten sich dann ausdruckslos an. Wortlos. Sie aßen. Wortlos. Tranken ihre Biere. Wortlos. Ja bezahlten sogar wortlos. Und schließlich verließen sie das Lokal. Grußlos – wortlos.
Und wir? Lachend beschlossen wir ebenfalls zu bezahlen und es uns zu Hause gemütlich zu machen. Allerdings sehr wortreich.

Wie schön, dass wir uns immer etwas zu erzählen haben …

Schokoladig duftende Gedanken

Heute ist mir so schokoladig zumute … Ziemlich sogar. Wenn ich jetzt nicht aufpasse, dann bleibt es nicht bei einem Riegelchen.
Kennt ihr das, wenn sich die Gedanken wie eine Spirale immer enger um diese köstliche braune Masse drehen?
Hmmmh, ich kann sogar meine Gedanken riechen … schokoladig duftende Gedanken … Vollmilch, Noisette, Nuss, oder vielleicht doch Joghurt?
Vielleicht sollte ich mich doch dem sinnlichen Genuss hingeben – wie in diesem wunderbaren Film CHOCOLAT (der übrigens am 13.02. um 20.15 Uhr auf arte gezeigt wird) …
Heute ist mir wahrhaftig so schokoladig zumute …