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Frühlingswort gesucht …

Bei der ein.wort.blog.parade beim sinn.wort.spiel  wird ein Frühlungswort gesucht. Ein Ein-Wort-Frühlingswort. Bis zum 23.05.

Tja, und eigentlich bin ich ja so gar kein Freund von Blogparaden, Stöckchen, Projekten. Eigentlich. Doch wie ich dort so lese, fällt mir ganz spontan ein Wort ein. Nichts zum Notieren zur Hand, nur das Kommentarfeld auf sinn.wort.spiel.

Und nun? Gelöscht hat sie es. Damit es keiner klaut. Weil ich doch auf meinem Blog das Frühlingswort posten sollte. Geklaut hat’s keiner. Aber ich hab’s vergessen. Und nirgends konnte ich nachlesen. Also, was blieb mir anderes übrig, als kreativ zu werden?

Und hier ist mein Teilnahme-Frühlings-Blogparade-bei sinn.wort.spiel.-Wort:

Platzhalter

Nein! Halt! Gestrichen! Stattdessen einen Platzhalter eingesetzt. Denn:
Mein Ursprungswort ist wieder aufgetaucht. Und deshalb eine kleine Änderung.
Mein Teilnahme-Wort lautet:

wärme.strahlen.streichel.momente

 

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Bingo

Ein kleiner grüner Sonnenschirm schmückt ihren Rollator, den sie zufrieden lächelnd über die Straße schiebt. Nein, den Gehweg nutzt sie nicht. Zu abschüssig für sie und ihr Gefährt. Lieber zwingt sie die Nachbarn in ihrer Straße zum Schritttempo. Ihre stützbestrumpften Beine bewegen sich langsam Schritt für Schritt, wobei ihr buntgemustertes Kleid munter im Winde flattert. Fein hat sie sich gemacht! Kirschmundrot sind ihre Lippen, ihre Augen leuchten aufmerksam unter blauem Lidschatten.
Es ist Donnerstag. Bingo-Tag in der Seniorenresidenz. Und da ist sie auf jeden Fall dabei …

Der schwarze BH

Da hängt er an der Wäscheleine. Der schwarze BH. Einsam und verlassen, das einzige Wäschestück an der meterlangen Leine, die sich an der Trave entlang schlängelt. Bestaunt von Spaziergängern, die durch die Altstadt flanieren. Bewundert von Ausflüglern auf den Touristenbooten.

Es scheint ihm zu gefallen. Vergnügt flattert er im Wind. Tanzt um die Leine. Erhebt sich in die Luft. Dreht und wendet sich. Zeigt sich von allen Seiten. Genießt die Aufmerksamkeit. Dieser schwarze BH.

Ausreden

Kommt gut durch die Karnevalstage und achtet auf die Verkehrskontrollen. Solltet ihr angehalten werden, dann versucht es mal mit folgenden Ausreden:

  • Ich bin nicht unter Alkohol gefahren, ich habe den Wagen nur rollen lassen!
  • Ich konnte nicht so lange auf grün warten, ich hatte es sehr eilig.
  • Ich bin nur ins Schleudern gekommen, weil mir die Straße unter dem Auto weggezogen wurde.
  • Als ich auf die Bremse treten wollte, war sie nicht mehr da.
  • Das ich ständig zu irgendwelchen Feiern muss, gehört zu meinem Job.

(Quelle: Das Lexikon der kuriosen Ausreden / Ullstein-Verlag)

Kölle Alaaf!

In Kölle am Ring
ben ich jeboore
ich han un dat litt mir im Sinn
ming Muttersproch noch nit verloore
un dat es jet wo ich stolz drop ben …

Ich bin, ob ich nun will oder nicht, ein Kölner Urgestein, mit kölschen Vorfahren, auf einem Rosenmontag geboren. Am Abend vor meiner Geburt weigerte sich meine Mutter strikt ins Krankenhaus gefahren zu werden – nicht bevor die Übertragung der Karnevalssitzung im Radio zu Ende sei. Einen Fernseher besaßen meine Eltern in meinem Geburtsjahr noch nicht.
Wahrscheinlich waren die ersten Wiegenlieder, die meine zarten Baby-Ohren aufnahmen, die von Willi Ostermann, begleitet von der Marschmusik diverser Funken. Eines meiner ersten Worte war Alaaf. So rutschte ich also aus dem Geburtskanal direkt in das närrische Treiben Kölns.

Hey Kölle, du ming Stadt am Ring
he wo ich jroß gewoode ben
du bes en Stadt mit Hätz und Siel
hey Kölle, du bes e Jeföhl.

Ja, groß geworden bin ich in meiner Stadt. Und die Karnevalszeit war immer mehr als nur Verkleiden für mich und (be-)trinken für die Erwachsenen um mich herum. Karneval war ein Lebensgefühl, eine Tradition, eine Demonstration von Zusammenhalt und Solidarität. In großen Gruppen gingen wir gemeinsam feiern. War jemand alleine unterwegs, wurde er mit aufgenommen.

Drink doch eine mit
stell dich nit esu an
du steihs he die janze Zick eröm
häste och kei Jeld
dat es janz ejal
drink doch mit und kümmer dich nit dröm.

Es wurde nicht nur einen ausgegeben, die mitgebrachten Frikadellchen und sonstige Leckereien wurden großzügig verteilt. Es wurde viel gesungen, geschunkelt, getanzt. Auf der Straße, selten in einer Kneipe. Ein großes Fest.
Nun, ein Jahr nach meiner Geburt wurde ich das erste Mal zum Rosenmontagszug mitgenommen. Ein Harlekin im Kinderwagen.
Und es folgten viele schöne Karnevalstage in den kommenden Jahren.

Och, wat wor dat fröher schön doch in Colonia …

Ich wurde älter, ging nicht mehr mit meinen Eltern, sondern mit meinen Freunden aus. Hier setzte bereits leise und fast unmerklich eine Veränderung ein. Einige machten ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol. Leider! Denn für meine – seit Jahren antrainierte Ausdauer, die man nur ohne oder ganz wenig Alkohol erreichen konnte – machten sie viel zu früh schlapp. Nun, wahrscheinlich hatten sie nie das traditionelle Feiern mit allen Facetten so gelernt wie ich.

Das alte und oftmals wunderschöne Kölner Liedgut kannte kaum noch jemand. Stattdessen wurde lauthals Olala, willst du eine Pizza gegrölt und dann zog die Karawane weiter.

Tja, und so wurde mein Karneval immer kleiner. Ich gehe schon ein paar Jahre nicht mehr aus. Zu anstrengend. Zu laut. Zu schnapslastig. Zu wenig kölsch (nicht zu verwechseln mit dem Getränk – denn das gibt es nicht zu wenig).

Aber ganz heimlich, still und leise wird Karneval die Wohnung mit ein paar Luftschlangen geschmückt, die rote Pappnase hervorgeholt und am Rosenmontag singe ich die kölschen Lieder.

Denn wenn dat Trömmelche jeiht, dann stommer all parat …

In diesem Sinne: KÖLLE ALAAF!

Der Schalk

Da sitzt er wieder in meinem Nacken,
versucht mit bei den Ohren zu packen.
Auf meinen Schultern will er reiten,
Unsinn und Schabernack verbreiten.

Er zerrt an meinen Haaren,
verkennt dabei die Gefahren,
wenn meine Hände ihn zu greifen versuchen
oder ihn locken mit Apfelkuchen.

Er flüstert leise in meine Ohren,
der Übermut ist längst geboren.
Wollen wir nicht diesen oder jenen zanken?
Ich verweise ihn nicht in seine Schranken.

Dieses Spiel bereitet mir großen Spaß,
immer mehr, immer weiter gebe ich Gas,
kann mich vor Lachen kaum noch halten,
über dumme Gesichter diverser Gestalten.

In meinem Nacken sitzt er immer noch,
die Vernunft verschwand in einem tiefen Loch.
Dabei müsste ich doch meine Arbeit tun,
habe keine Zeit, mich auszuruhen.

Doch ganz eisern hält er mich fest,
sein Kitzeln gibt mir den Rest.
Ein Tausendsassa ohnegleichen
ist mit meinem Schalk kaum zu vergleichen.