Zeug

Ich kenne Menschen, die es sich mit der Sprache leicht machen. Egal, ob sie von Nahrungsmitteln, Kleidungsstücken, Schreibutensilien oder Katzenstreu sprechen, alles wird zu Zeug, Zeugs oder Zeusch, wie die Rheinländer bevorzugt sagen.
Manchmal sitzt dann der Schalk in meinem Nacken und ich frage ganz unschuldig nach, was denn gemeint sei. Aber auf Dauer ist mir das dann doch zu anstrengend.

Aber was genau ist Zeug?
Es ist eine alte Bezeichnung für Kleidung / Kleiderstoff. Die Bezeichnung ist in der Redewendung sich ins Zeug werfen (gute Kleidung anlegen) erhalten geblieben. Wenn wir uns aber ins Zeug legen, dann strengen wir uns an. Sehr sogar. Hierbei bezieht sich das Zeug wohl auf das Geschirr von Zugtieren in früheren Zeiten, die sich beim Transport schwerer Lasten so sehr ins Zeug hineinstemmten, dass es den Anschein hatte, sie legten sich zu Boden. Dieser Hintergrund ist wohl auch bei der Wendung was das Zeug hält zugrunde zu legen.
Wenn jemand das Zeug zu etwas besitzt, dann ist er einer Sache gewachsen, er hat die Befähigung, das Talent dazu. Demjenigen kann man dann nicht so leicht am Zeug flicken, also in Misskredit bringen. Und diejenigen, die so etwas ständig versuchen, mit denen sollte man dann einmal scharf ins Zeug gehen, also ihn streng behandeln und scharf vorgehen.

Ein doch recht vielseitiges Wort. Kein Wunder, dass es oft als Platzhalter herhalten muss.

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22 Gedanken zu „Zeug

  1. Anna-Lena

    Das zeugt doch von einer gewissen Vielseitigkeit, wie man diese Regewendungen einsetzen kann (wenn man will) .
    Manchmal macht es Spaß, sich näher damit zu befassen und zu sehen, wie reichhaltig unsere Sprache sein kann.
    Liebe Grüße in den Sonntag,
    Anna-Lena

    Antwort
  2. marie

    weisst Du ich seh das ja nicht so eng, ich schreibe immer direkt in wordpress rein auch oft nur in kleinschreibung wie jett auch und mache mir keine grosse gedanken. wenn ich erst vorformulieren muss, ehrlich gesagt, seh ich das nicht ein, warum auch, man versteht doch was gemeint ist. dieses zeuch da

    Antwort
  3. marie

    und jetzt hab ich auch noch bei jetzt einen schreibfehler drin
    kannst du mir nochmal verzeihen
    meine tastatur müsste mal saubergemacht werden

    Antwort
  4. buchstabenmeer

    Ich lebe auch im Rheinland und in der Anfangszeit hier habe ich vieles nicht verstanden. In der tiefsten Eifel ist es noch schlimmer. Dieses „Zeug“ und „Dingens“ ist ansteckend und wenn man länger mit Menschen zu tun hat, die so sprechen ist man infiziert – das geht ganz schnell. Nur in Schrift ist es leichter sich davon zu lösen 😀

    Antwort
    1. schreibtischgedanken Autor

      Ich sage es auch manchmal. Gerne z.B. „Willst du dein Zeugs da nicht mal wegräumen?“ oder „Muss all dieses Zeug hier rumliegen?“ Nur wenn es allzu sehr zur Angewohnheit wird, weiß ich manchmal nicht mehr was gemeint ist … 😉

      Antwort
  5. Doro

    Ich sags auch das eine oder andere Mal, einfach dann, wenn mir das passende Wort nicht einfällt, fällt dann das Wort Zeugs oder Dings oder Dingens. Hat sich halt so in unserem Sprachgebrauch eingeschlichen und ist geblieben.
    Hauptsache der andere weiß was man meint und wenn nicht kann man ja nachfragen, wie du es ja auch ab und an tust, wie du oben geschrieben hast.
    LG Doro

    Antwort
    1. schreibtischgedanken Autor

      Ich kenne jedoch eine Frau, in deren Sätzen nur noch „Dingens, Ding und Zeug“ vorkommt. Hier hat eindeutig die Sprache unter dieser Angewohnheit gelitten. Mittlerweile hat sie wahrscheinlich die richtigen Wörter alle vergessen. Und das Schlimme ist, dass sie gar nicht mehr für voll genommen wird.
      Liebe Grüße zu dir, Iris

      Antwort
  6. Dori

    Liebe Iris,
    merkwürdig – das Wort Zeugs benute ich überhaupt nicht – auch nicht in meiner Umgangssprache. Das ist mir gerade nach dem Lesen Deines Posts aufgefallen. Ich habe auch gar keinen Ersatz dafür – darüber muss ich jetzt nachdenken 😉
    Viele liebe Sonnengrüße von Dori

    Antwort

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