Rituale: Friseurbesuch

Wir waren beim Friseur. Dort sind wir bekannt. Denn wir sind ein Paar an das man sich erinnert.

Nach der großen Begrüßung und der Frage „Wie immer?“ folgt die Kaffee-Bestellung von meinem Schatz, der dann darauf besteht, als erster bedient zu werden, was jedes Mal zur allgemeinen Erheiterung führt.

Dann geht es los. Haare waschen, schneiden. Und ja, man weiß Bescheid – an dieser Stelle des Kopfs ist die Narbe. Geht es so?

Derweil komme auch ich an die Reihe: färben, spülen, pflegen, waschen, schneiden.

Er ist bereits fertig, macht sich auf den Weg in die Einkaufspassage. Zeit totschlagen.

Nach einer Weile kommt er zurück. Ob ich bald fertig sei. Ja, fast. Oh ja, er glaubt zu wissen, was noch kommt: Die Augenhaare müssen noch herausgerissen werden.

Bei dieser Formulierung ereilt mich ein Schmerz, entlockt mir gleichzeitig ein Grinsen.

Nun gut, lasse ich mir auch noch die Augenbrauen zupfen. Fertig! Nur noch bezahlen. Vor dem Friseurgeschäft erfolgt die weitere Tagesplanung: Auf zum Mittagessen beim Italiener.

Auch dort sind wir bekannt. Denn wir sind ein Paar, an das man sich erinnert. Aber das ist eine andere Geschichte …

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17 Gedanken zu „Rituale: Friseurbesuch

  1. Babbeldieübermama

    Warum erinnert man sich beim Friseur an euch? 😉 Weil ihr Stammkunden seid, oder …
    Warum erinnert man sich beim Italiener an euch? Weil ihr Stammkunden seid, oder…
    Ach so ja, das mit dem Italiener ist ja eine andere Geschichte… 😉

    Antwort
  2. Clara Himmelhoch

    Apropos Narbe auf dem Kopf oder am Kopf: Als ich nach der Ohren-Anlege-OP in der 10. Klasse das erste Mal beim Frisör war, habe ich aus Schamgefühl nichts von den frischen Narben hinter beiden Ohren gesagt – und es beim Waschen bitter bereut, als die Friseuse plötzlich versehentlich an die Wunde kam. Ist aber dann doch unproblematisch abgeheilt.
    Mit Gruß zu dir

    Antwort
    1. schreibtischgedanken Autor

      Oh je, eine frische Narbe ist natürlich noch etwas anderes. Die Narbe(n) meines Mannes sind ja nun schon ein paar Jahre alt, und doch ist es ihm immer ein unangenehmes Gefühl, wenn der Kamm etwas kräftiger darüber fährt.
      Hab‘ einen schönen Tag

      Antwort
  3. minibares

    So ging es uns beim Chinesen im alten Wohnort.
    Die wussten immer, dass wir Buffet nehmen und vor allen Dingen, was wir trinken.
    Zum Friseur gehe nur ich, meinem Mann schneide ich die Haare.

    Antwort
    1. schreibtischgedanken Autor

      So ähnlich ist es bei unserem Stamm-Italiener. Seit der Erkrankung meines Mannes gehe ich mit ihm zusammen zum Friseur. Aber es ist ja auch immer recht lustig. Halt eben schon ein Ritual 😉

      Antwort
  4. Dori

    Liebe Iris, das sind schöne Rituale, die das Leben irgendwie ein bisschen schöner machen.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag. LG Dori

    Antwort

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