Ich lebe langsam

Ich habe mich verändert. Nun ja, das Leben prägt. Auch mich.

Früher hastete ich von einem Ziel zum nächsten. Mit großen Schritten eilte ich den Herausforderungen des Alltags entgegen, verfiel sogar häufig in den Laufschritt mit ständigen Blicken auf die Uhr.

Karriere, Erfolg … Schlagworte, die mir heute nichts mehr bedeuten. Unwichtig.

Jede Möglichkeit, noch schneller, noch effektiver, noch mehr erledigen zu können, wurde genutzt. Das schnelle Auto und auch andere technische Möglichkeiten wurden angeschafft.

Zeitbeschleuniger sind mir heute gleichgültig. Unwichtig.

Denn: Ich will kein Leben im Zeitraffer. Ich will ganz bewusst leben. Für mich gehört dazu die Akzeptanz der Langsamkeit. Und wann immer es mir möglich ist, entschleunige ich meine Zeit und lebe einfach etwas langsamer.

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16 Gedanken zu „Ich lebe langsam

  1. Anna-Lena

    Diese Einstellung finde ich nachahmenswert. Sicherlich hat das auch mit der Krankheit deines Mannes zu tun, die den Blickwinkel völlig verändert, oder?

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

    Antwort
    1. schreibtischgedanken Autor

      Oh ja, liebe Anna-Lena, ohne diesen völligen Umbruch in unserem Leben vor acht Jahren (meine Güte, so lange ist das schon her …) wäre ich heute sicherlich nicht so weit. Aber wie du siehst: Auch die schlimmsten Schicksalsschläge haben mit Abstand betrachtet auch durchaus positive Seiten.
      Herzlichst – Iris

      Antwort
  2. buchstabenmeer

    Die wichtigen Dinge im Leben erkennt man leider meistens in schlechten Lebensphasen. Eigentlich schade. Man sollte sich scheinbar immer wieder fragen, was uns wichtig ist und was wir eigentlich tun, über welches unnütze Zeug wir uns ärgern usw.
    LG
    Emma

    Antwort
    1. schreibtischgedanken Autor

      Früher waren andere Dinge für mich wichtig. Es ist also eine Verschiebung der Wahrnehmung. Denn wenn es uns Menschen gut geht, wir gesund sind, ist es oft schwierig aus dem gesellschaftlichen Strom auszubrechen. Mithalten auf Teufel komm‘ raus. Man will dazu gehören, anerkannt werden. Und eigentlich betreiben wir Raubbau mit unserer eigenen – körperlichen wie auch seelischen – Gesundheit.
      Ja, liebe Emma, heute frage ich mich jeden Tag aufs Neue: Will ich das überhaupt? Wenn nein, welche Alternativen habe ich? Was tut mir gut?
      Und ich kann behaupten, dass mein Mann und ich, trotz seiner Erkrankung mit allen Einschränkungen, die dadurch entstanden sind, heute glücklicher und zufriedener leben als je zuvor.
      Sei ganz herzlich gegrüßt – Iris

      Antwort
  3. minibares

    ich musste mich auch umstellen. Mein Leben ist langsam geworden.
    Denn ich kann einfach nicht mehr normalen Schritts gehen oder laufen.
    Für meinen Mann nicht wirklich leicht. Aber er hat sich ziemlich dran gewöhnt, mir Stütze zu sein.
    Glückwunsch, dass du es ohne Einflüsse durch Krankheit geschafft hast.
    Liebe Grüße Bärbel

    Antwort
    1. schreibtischgedanken Autor

      Ach, liebe Bärbel, so ganz ohne Einflüsse durch Krankheit habe ich diese Umstellung auch nicht geschafft. Mein Rheuma und besonders der Gehirntumor meines Mannes haben schon so einiges dazu beigetragen. Und natürlich auch die Tatsache, dass ich älter (und weiser? 😉 ) geworden bin.
      LG – Iris

      Antwort

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