Gelesenes: Bücher im Februar 2012

Ups, jetzt ist schon die erste März-Woche vorüber und ich habe euch noch nicht meine Februar-Lektüre vorgestellt. Nun, der Rheuma-Schub dauert doch länger als erwartet … aber so hatte ich Zeit zum Lesen …

Hier also meine Bücher im Februar:

Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein – Roman (die ungekürzte Neuauflage)
Nachdem ihr Sohn im Krieg gefallen ist, wollen Anna und Otto Quangel Zeichen des Widerstandes setzen. Sie schreiben Botschaften auf Karten und verteilen sie in der Stadt. Die stillen, nüchternen Eheleute träumen von einem weitreichenden Erfolg und ahnen nicht, dass ihnen Kommissar Escherich längst auf der Spur ist …
Fallada recherchierte die Gestapo-Akten des wahren Falls eines Berliner Ehepaares, das einen aussichtslosen Widerstand gegen die Nazis wagte und wurde 1943 hingerichtet wurde. 
Meine Bewertung: Puh, hier könnte ich eine Menge schreiben. Auf jeden Fall habe ich beim Lesen die Angst der Menschen spüren können und mir wurde vor Augen geführt, was eine solche Angst aus Menschen macht. Ein Buch, welches ich nur empfehlen kann. Und nach der Lektüre empfehle ich mit anderen darüber zu sprechen. So wie ich es getan habe – in meinem Literaturkreis.

Hermann Koch: Angerichtet – Roman
Zwei Ehepaare – zwei Brüder und ihre Frauen – haben sich zum Essen in einem Spitzenrestaurant verabredet. Sie sprechen über Filme, Urlaubspläne und vermeiden zunächst das eigentliche Thema: die Zukunft ihrer Söhne Michel und Rick. Die beiden 15jährigen haben etwas getan, was ihr Leben für immer ruinieren kann. Pau Lohmann, der Erzähler und Vater von Michel, will das Beste für seinen Sohn. Und ist bereit dafür weit zu gehen, sehr weit. Während des Essens brechen Emotionen auf, schwelende Konflikte zwischen den Brüdern entladen sich, und auf einmal steht eine Entscheidung im Raum, die drei der vier mit aller Macht verhindern wollen.
Meine Bewertung: Wie schon bei „Sommerhaus mit Swimming-Pool“ hat es Herman Koch geschafft, mich von Anfang so in die Geschichte hineinzuziehen, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Hier wird schonungslos das Thema Gewalt durchleuchtet und zwang mich dazu, mich mehr mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Sehr empfehlenswert.

Rolf Dobelli: Massimo Marini – Roman
In einem Koffer wurde er als Säugling in die Schweiz geschmuggelt, acht Jahre lang mussten seine Eltern ihn versteckt halten, um ihre Arbeitsbewilligung nicht zu verlieren. Der Vater, ein harter Malocher, der es zum erfolgreichen Unternehmer schafft – alles für den Sohn Massimo, der es einmal besser haben soll.
Dessen Leben verläuft weniger gradlinig und glänzt mit Dramatik und Höhepunkten, vom italienischen Immigrantenkind zum Züricher Gesellschaftslöwen. Vom Opernhausdemonstranten zum Opernhaussponsor. Vom Existenzphilosophen zum Bauunternehmer. Vom Linken zum Rechten. Vom Tiefen zum Hohen. Vom Süden zum Norden. Bis ihm eine Frau begegnet, die sein Glück krönt und zerstört.
Meine Bewertung: Hier wird ein Porträt einer vitalen und schillernden Persönlichkeit erzählt. Manchmal schon etwas vorhersehbar aber trotzdem lesenswert.

Michael Kumpfmüller: Die Herrlichkeit des Lebens – Roman
Im Sommer 1923 lernt der tuberkulosekranke Franz Kafka, als Dichter nur Eingeweihten bekannt, in einem Ostseebad die 25jährige Köchin Dora Diamant kennen. Innerhalb weniger Wochen tut er, was er nicht für möglich geahlten hat. Er entscheidet sich für das Zusammenleben mit einer Frau, teilt Tisch und Bett mit Dora. In Berlin wagt er mit ihr das gemeinsame Leben, mitten in der der Hyperinflation der Weimarer Republik. Den täglich kletternden Preisen, den wechselnden Untermietquartieren, den argwöhnischen Eltern zum Trotz: Bis zu seinem Tod im Juni 1924 werden sich Franz Kafka und Dora Diamant, von wenigen Tagen abgesehen, nicht mehr trennen.
Meine Bewertung: Wunderschön!!!! Ich liebe solche Romane, die so nah an der Wirklichkeit bleiben. Ein einfühlsames Buch über die Liebe bis zum Tod, aber auch über die Freundschaft und das Schreiben. Wem diese Thematik gefällt, muss es einfach lesen!

Krischan Koch: Venedig sehen und stehlen – Kriminalroman
Venedig im Sommer: Die Bienale und der nicht enden wollende Touristenstrom prägen das Stadtbild. Auch Harry Oldenburg stürzt sich ins venezianische Getümmel. Mit seiner amerikanischen Freundin Zoe plant er, das Guggenheim-Museum um zwei wertvolle Exponate zu erleichtern. Doch in der flirrenden Hitze der Lagune geht so einiges schief …
Meine Bewertung: Na ja, kann man lesen, muss man aber nicht. Alles geht schief – auch mein Lächeln an den „lustigen“ Stellen des Buches war eher schief. Störend fand ich die häufigen englischen und italienischen Dialogfetzen. Ich habe zwar alles verstanden, halte aber dennoch nicht viel davon.

2 Gedanken zu „Gelesenes: Bücher im Februar 2012

  1. buchstabenwiese

    Oh, ich glaube das Buch „Angerichtet“ habe ich schon auf meinem Amazon-Wunschzettel. 🙂 Muss ich noch mal nachsehen.
    „Die Herrlichkeit des Lebens“ das muss ich mir mal näher ansehen. Hmm, wenn es gut geschrieben ist, dann könnte es mich auch interessieren. 🙂

    Danke für deine Leseerfahrungen hier.

    Liebe Grüße,
    Martina

    Antwort

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